Liedtexte von Hubert Weinheimer

Verschriftlichte Gesänge des hochgepriesenen Wiener Barden Hubert Weinheimer (Das Trojanische Pferd).

(Ohne Genehmigung transkribiert mit Akribie von Emmanuel Maria Dammerer in vierter Fassung vom 21. März 2008)

Ludwig II.

Ludwig der Zweite am Starnberger See
Und noch Hände und Füße und kaltes Büffet
Und vergessen, besessen und ich mittendrin
Keine Lust, keine Zeit, keinen Grund, keinen Sinn

Was auch immer es ist, ich will es nicht hör’n
Der Herr ist beschäftigt, man darf ihn nicht stör’n
Ich bin raus, ich bin weg, ich bin fort, unterwegs
Mit Ludwig dem Zweiten am Starnberger See

Und haltlos und maßlos und barfuß und laut
Und zerbrochen, versoffen die Scherben verdaut
Und Schatten und Nebel und Schreie vom Wald
Wir sind nicht ertrunken, wir melden uns bald …

Nicht wichtig

Nicht so wichtig, ob es stimmt
Solang es hin und wieder schwingt
Die Welt hat dir den Kopf verdreht
Lass dir nicht sagen, wie es geht

Nicht so wichtig, ob es hält
Solang die Zwischenzeit gefällt
Leg die Paddel in das Boot
Gib es auf und lass’ es los

Gib es auf und lass’ es los
Gib es auf und lass’ es los
Gib es auf und lass’ es los

Nicht so wichtig, was ich sing
Menschen, Häuser, Plastilin
Und ob es sich dann wirklich reimt
Das Gegenteil von gut gemeint

Lebensstil

Ich bin ein selbstgerechtes Schwein
und ich bin es gern
Und immer blindlings mitten rein
keine Tischmanieren

Warum arbeitest du eigentlich so viel?
Warum arbeitest du eigentlich so viel?
Damit ich mir meinen aufwendigen Lebensstil leisten kann
Damit ich mir meinen aufwendigen Lebensstil leisten kann

Du bist von Kopf bis Fuß bemalt
alles aufgeschminkt
Und dafür wirst du auch bezahlt
für den Augenblick

Ich bin ein souveräner Staat
Ich bin ein souveräner Staat
Damit ich mir meinen aufwendigen Lebensstil leisten kann
Damit ich mir meinen aufwendigen Lebensstil leisten kann

Ich bin besessen von der Zeit
wenn der Tag zerbricht
Ich hab’s vergessen, tut mir leid
nein, das tut es nicht

Ich bin vom Klärschlamm verschluckt
Ich bin vom Klärschlamm verschluckt
Damit ich mir meinen aufwendigen Lebensstil leisten kann
Damit ich mir meinen aufwendigen Lebensstil leisten kann

Romy Schneider

So wie ein Schlag ins Gesicht
So wie ein Muttertagsgedicht
So wie das Kratzen an der Tür

So wie dein Name an der Wand
mit deinem Blut von deiner Hand
die alles liebevoll verziert

So wie verraten und verkauft
Nur kurz geöffnet, nicht gebraucht
heimlich still und leis’ krepiert

Was nützt der Weltraum ohne Romy Schneider
Was nützt der Weltraum
Was nützt der Weltraum ohne Romy Schneider
Was nützt der Weltraum ohne Romy Schneider
Was nützt der Weltraum
Was nützt der Weltraum ohne Romy Schneider

Verkeilt

Manchmal wünsch ich mir
es wär’ vorbei und hoffnungslos
im Schutt verkeilt
und zerteilt und zerstört und verkohlt

Ich hab mir das nicht alles selbst beigebracht
damit du mir sagst, wie es geht
wie man singt, wie es klingt
ob es stimmt

Wir erweitern unser Sortiment
um Stolz und Stil
und diesen schönen Tod
haben Sie unser Blut schon probiert?

Manchmal wünsch ich mir
es wär’ vorbei und hoffnungslos
im Schutt verkeilt
und zerteilt und zerstört und verkohlt

Wartezeit

Keine Luft, keine Sicht
Kleingedruckt ein Gedicht
Keine Hand, keine Haut
Kein Gewand, kein Laut
Keine Post, kein Verkehr
Leichte Kost umso mehr

Das ist gar kein Leben
Das ist eine Wartezeit
Kein Bogen im Regen
Sondern ein Fadenkreuz
Ich bin nicht verlegen
Aber ich hasse euch
Ich sing’ nicht für jeden
Es geht um Wahrhaftigkeit

Ich tu was ich kann
und das ist nicht immer richtig
aber es ist mir egal
und ich hab’ keine Angst

Weil ich so brav bin

Die schönste Frau des Abends
Geht an mich
Weil ich so brav bin
Weil ich so brav bin

Der bravste Mann des Abends
Geht an dich
Weil du so schön bist
Weil du so schön bist

Die ander’n sind mir heut’ egal
Ich scheiß drauf ein für alle Mal
Das sollen die auch laut und deutlich hör’n

Dir richt’ ich die Welt neu ein
Wir schlagen alles kurz und klein
Kein Mensch würd’ es wagen uns zu stören

Du kannst jeden haben
Du kannst jeden haben
Du kannst jeden haben
Warum grad’ mich?

Du kannst jeden haben
Du kannst jeden haben
Du kannst jeden haben
Warum grad’ mich?
Das fragst du dich

Weil ich so brav bin
Weil ich so brav bin
Weil ich so brav bin
Unwahrscheinlich brav

Weil du so schön bist
Weil du so schön bist
Unglaublich wunder-
Wunderschön

Komm mit zu mir
Da zeig ich dir
Mein kleines Geheimnis

Komm mit zu mir
Da zeig ich dir
Mein kleines Geheimnis

Wien brennt

Ich hab’ alle Zeit der Welt
Ich hab’ alle Zeit der Welt
Ich hab’ alle Zeit der Welt
Ich hab’ alle Zeit der Welt
aber keine Geduld

Wien brennt
Wien, Wien brennt
Wien brennt

Alles Walzer
Der Kongress tanzt
Alles Walzer
Der Kongress tanzt

Und es ist wie es ist
Und es bleibt wie es war
Na dann ist ja alles nochmal wunderbar

Die Nächte sind finster
Die Tage sind hell
Du glaubst an Gespenster
Ich glaub an mich selbst